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Passt, wackelt und hat Luft! Der 3-Komponentenkleber für deine Partnerschaft (Teil 3)

Oft wundern wir uns, dass sich im Laufe einer Partnerschaft unmerklich eine Distanz aufbaut und wir stellen fest, dass der Partner gar nicht alles über uns weiß. Wir behalten unsere kleinen Geheimnisse für uns. Wenn wir uns nicht geliebt fühlen, uns eine Verhaltensweise des Partners missfällt oder uns zur Untreue verführt fühlen, erzählen wir das lieber dem besten Freund oder der besten Freundin als dem Menschen, den es direkt betrifft, dem Partner.

Warum ist das so? Muss das so sein? Können oder wollen wir uns unserem Partner, der doch eigentlich der engste Vertraute sein soll im Leben, nicht in unserer Ganzheit zumuten? Wovor haben wir Angst? Müssen wir uns in bestimmten Belangen von widersprüchlichen Gefühlen, sorgenvollen Gedanken oder empfundenen Mangelerscheinungen verstecken, weil das nur uns angeht, weil es der Partner eh nicht verstehen würde, weil man keine Vorwürfe machen oder die Beziehung nicht gefährden will?

Partnerschaft

Eine ehrliche und vertrauensvolle Beziehung entsteht nicht von ungefähr. Sie ist kein Merkmal einer Partnerschaft, die wir einfach voraussetzen können. Wir können uns nur eine aufrichtige Partnerschaft erhoffen, wenn wir bereit sind, das Versteckspiel zu lassen und uns mit all unseren Empfindungen und Befindlichkeiten dem Partner gegenüber zu entblößen. Das ist nicht leicht, beherrschen wir die soziale Inszenierung doch perfekt und haben uns an die an uns gestellten Rollenerwartungen in sämtlichen lebensweltlichen Kontexten gewöhnt. Partnerschaft ist mehr als sich eine Wohnung zu teilen, Geburtstagskarten gemeinsam zu unterschreiben und sich gegenseitig Kosenamen zu verpassen. Willst du einen zuverlässigen Gefährten, der mit dir durch Dick und Dünn geht, dann kommst du nicht daran vorbei, dich in deinem Wesen und ebenso deinen Partner in seiner Ganzheitlichkeit wahr- und ernstzunehmen.

3. Komponente: Verabredet euch zum Zwiegespräch

PaarbeziehungGerade Frauen neigen sehr gern dazu, dem Partner die Begabung der indirekten Kommunikation abzufordern. Da werden mittels Mimik und Gestik Zeichen ausgesendet, die der Empfänger Mann zu lesen einfach nicht befähigt ist, und schon gilt er als unaufmerksam und unsensibel. Tatsache ist: der Partner hat nicht die Pflicht, dir deine Wünsche von den Augen abzulesen und er wird dich wahrscheinlich trotz vielfacher Versuche nicht verstehen können, wenn du nicht mit ihm sprichst. Wenn es dir, als Mann oder Frau, wichtig ist, dass dein Partner um deine Gefühle und Wünsche weiß, dann musst du es ihm sagen. Hierfür ist das Zwiegespräch ungemein hilfreich. Es stellt einen geschlossenen und geschützten Rahmen dar, in dem ihr euch frei und ungezwungen mitteilen könnt.

Verabredet euch dazu oder ladet euch gegenseitig zum Zwiegespräch ein. In diesem Gespräch Lippengeht es zum einen darum, herauszufinden, wie es dem anderen geht und wie er sich in der Partnerschaft mit dir fühlt. Hat er irgendwelche Sehnsüchte, die ihm unter den Nägeln brennen? Wie fühlt sich die Partnerschaft zu dir gerade für ihn oder sie an? Gibt es irgendwelche Gedanken, die dein Gegenüber beschäftigen? Kurzum: wie ist dein Partner gerade da, mit sich selbst und in der Beziehung zu dir? Zum anderen bietet dir das Zwiegespräch den Raum, über dich und deine Gefühle zu sprechen. Was beschäftigt dich gerade? Wie geht es dir in deiner Partnerschaft? Wo spürst du eine Unebenheit oder einen Mangel? Wobei brauchst du gerade Unterstützung?
Ich stelle dir hier einen Ablaufplan und ein paar Anregungen zur Verfügung, wie so ein Gespräch zum Status quo eurer Beziehung aussehen kann.

Die Einladung aussprechen: Hast du gerade Zeit? Ich möchte gern wissen, was dich gerade beschäftigt und wie es dir geht, mit mir und mit uns. Fühlst du dich wohl in unserer Beziehung, wie sie gerade ist?

Der, der spricht, hat die Aufgabe, bei sich selbst zu bleiben und ausschließlich über die eigenen Gedanken und Gefühle zu sprechen. Es sollen keine Vorwürfe entstehen, nach dem Motto: du solltest dies und jenes tun. Wenn dein Partner dir eine Rückmeldung geben will, ist es sinnvoll, zu sagen: ich fühle mich bei Situation X so und so. Wenn du dieses und jenes tust, habe ich das Gefühl, dass…Du stellst keine Vermutungen darüber an, was dein Partner von dir will. Du fragst nach, zum Beispiel: was bedeutet das für dich, wenn ich x tue. Was löst das bei dir aus? Wie fühlst du dich dann?

Auf das Gesagte kann direkt eingegangen werden, sodass ein Dialog entsteht. Beziehe dich ruhig auf das, was dir dein Partner sagt, indem du in dich hineinhorchst und über deine Empfindungen in diesem Moment sprichst. Du könntest sagen: ich verstehe, was du meinst. Ich habe aus diesen und jenen Gründen so gehandelt. Meine Absicht war…

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Wenn die Themen des ersten Parts behandelt sind, lasst es erstmal sacken. Dann ist der andere dran. Hierbei wird nicht mehr das zuvor Gesprochene aufgegriffen und du gibst es dem anderen jetzt auch nicht faustdick zurück. Bleib bei dir und beschreibe deine Empfindungen und deine Wünsche: mir geht es gerade so und so. Ich brauche dies und das. Ich wünsche mir sehr, dass…

Es muss keine Lösungen geben. Die Entspannung zwischen euch tritt schon allein dann ein, wenn ihr euch aufrichtig zugehört habt und euch vom anderen wahrgenommen fühlt mit dem, was gerade in euch ist. Ihr habt es geschafft, euch ohne Sicherheitsnetz zu öffnen und die Dinge, die euch in der Beziehung irritieren, klar zu benennen. Die stehen erstmal da und das dürfen sie auch.

In dem Gespräch findet ihr garantiert Möglichkeiten, aufeinander einzugehen, schließlich habt ihr Gefühle füreinander und wollt, dass es euch und dem anderen gut geht. Achtung voreinander zu haben, bedeutet, aufeinander Acht zu geben. Ihr habt erfahren, wie es in euch aussieht und was bestimmte Dinge auslösen. Damit habt ihr beide euren Gedanken- und Handlungsrahmen erweitert und könnt euch besser aufeinander einstimmen bzw. miteinander abstimmen.

Wenn ihr beide das Gefühl habt, es ist alles gesagt, dann findet einen Abschluss. Umarmt oder küsst euch, lächelt euch an, nehmt euch bei den Händen und genießt für einen Moment eure Zweisamkeit. Die Energie eurer Zusammengehörigkeit wird erfrischt und gestärkt sein.

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