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Passt, wackelt und hat Luft! Der 3-Komponentenkleber für deine Partnerschaft (Teil 1)

Verliebtsein macht Spass! Der Himmel hängt voller Geigen, die Schwärmerei kennt keine Grenzen, das Idealbild des perfekten Partners scheint sich endlich in dieser einen, richtigen Person materialisiert zu haben und sehnsuchtsvolle, einsame Nächte gehören der Vergangenheit an. Nach den ersten Monaten merkt man dann jedoch, mit wem man es eigentlich zu tun hat. Plötzlich treten Unterschiede zu Tage, erste Konflikte flackern auf und Gefühle der Ernüchterung oder Enttäuschung werden immer drängender.

kiss in may

Ich bin wahrlich kein Beziehungsexperte. Jahrelang hangelte ich mich von Beziehung zu Beziehung, immer in der Hoffnung, auf den einen Richtigen zu treffen, der nur für mich bestimmt ist und auch jetzt bin ich mir nicht sicher, ob meine aktuelle Partnerschaft ein Leben lang hält. Wenn es dir in deiner Partnerschaft auch so geht, kann ich dich beruhigen: Du musst das auch nicht wissen! Partnerschaft ist ein dynamisches Geflecht aus zwei (oder mehreren) Personen, die sich miteinander und unabhängig voneinander in einem steten emotionalen und psychischen Wandel befinden. Wir alle sind als Menschen in einem natürlichen Wachstum bzw. in permanenter Veränderung. Und weil das so ist, können wir uns grundlegend von der Vorstellung verabschieden, dass eine Partnerschaft einem statischen, festgelegten und unverrückbaren Bindungsvertrag gleichkommt. Aber fangen wir ganz von vorn an:

Hand in HandDer Psychologe John Gottman hat in seiner wissenschaftlichen Arbeit über Ehestabilität und Beziehungsanalyse vier „Kommunikationssünden“ herausgefiltert, die Partnerschaft auf den Prüfstand stellen und häufig verantwortlich für Trennungen sind:

• Schuldzuweisungen und Anklagen
• Abwehr, Rechtfertigung und Verleugnung eigener Fehler
• Verachtung und Geringschätzung des Partners
• Kommunikationsverweigerung und Rückzug

Um den emotionalen Konsequenzen verfehlter Kommunikation nicht zu erliegen, verrate ich dir die drei wesentlichen Komponenten, die meine Partnerschaft auszeichnen und stark machen. Ich nenne sie „kommunikative Spielarten“. Zum einen handelt es sich um unterschiedliche Kommunikationsebenen (Spielart als Kommunikationsvariante) zwischen zwei Partnern, die trotz der Begrifflichkeit ernst gemeint und ernstzunehmen sind, schließlich geht es um nichts Größeres als eine gelingende Partnerschaft. Zum anderen soll der die Dynamik einer Beziehung in ihrem ständigen Übungscharakter hervorgehoben werden, denn nichts anderes tun wir jeden Tag: wir üben, machen Fehler, korrigieren sie und lernen dazu.

Komponente 1: Begegnet euch auf spielerische und humorvolle Art

Kinder nehmen sich so an, wie sie sind. Es gibt keine Erwartungen aneinander, sondern nur bewusstes und unbefangenes Sein im Hier und Jetzt. Wenn Kinder im Sandkasten miteinander spielen, bauen und lachen sie gemeinsam, sind aber auch schamlos und nie durchweg nett zueinander. Da klaut der eine dem anderen zwischendurch das Förmchen oder bringt sich zum Angriff mit der Schippe in Stellung. Das ist nie böse gemeint und so schnell das kleine Donnerwetter kommt, so schnell verzieht es sich auch wieder.

PartnerschaftAlles, was bei euch in eurer Partnerschaft zu planen, zu vereinbaren, auszuhandeln oder auszufechten ist, lässt sich ähnlich gestalten. Lacht, spielt, foppt euch, kloppt euch. Und dann vertragt euch wieder. Mein Partner und ich gehen auf sehr leichte und humorvolle Art miteinander um. Wir verzichten dabei gänzlich auf Etikette und folgen unseren kindlichen Impulsen, wie sie gerade kommen. In den Po kneifen, singen, kurze kleine Ausraster mit ulkigen Bewegungen und Imitationen, dreckige Witze über Gott und die Welt. Was uns im Alltag und außerhalb unserer Partnerschaft aufregt, der nörgelnde Kollege oder penetrante Call-Center-Agents, verpacken wir mit einem Beigeschmack von Ernst in tourette-ähnliche Verbalaussetzer. Und alles, was uns aneinander aufregt, dass er beim Waldspaziergang mit der Kamera in der Hand jeden Baum fotografieren muss oder ich meine Sachen überall in seiner Wohnung verstreue, sagen wir uns direkt, aber ohne Groll. Unterschiedlichen Interessenlagen gehen wir getrennt voneinander nach. Trifft er sich am Wochenende mit seinen Jungs oder will über Silvester im Vipassana-Retreat meditieren, nehme ich das so an. Ich weiß, dass es ihm wichtig ist, so wie er weiß, dass ich gerne die Nacht zum Tag mache und meinen inneren Rebell auslebe. Dinge, die wir miteinander planen und unternehmen wollen, sind dafür umso schöner, denn wir teilen sie ganz bewusst miteinander und freuen uns über die Gemeinsamkeit. Das funktioniert vor allem, weil wir wie die Kinder miteinander umgehen und keine Erwartungen zwischen uns stehen.

Paar

Das ist eine erste Spielart der Kommunikation, die du in deiner Partnerschaft erproben und etablieren kannst. So bewahrst du dir mit deinem Partner die Ausgelassenheit der ersten Verliebtheitsmomente. Ihr lernt, gänzlich unvoreingenommen und unschuldig miteinander umzugehen und könnt einander jeden Tag auf Neue mit eurer Leichtigkeit überraschen. Nichtsdestotrotz seid ihr natürlich keine Kinder mehr und du fragst dich zu Recht: was ist, wenn die Hütte brennt und ich einen ernsthaften Konflikt mit ihm habe? Und wie sieht das eigentlich im Bett aus? Wie kann mir da noch Kommunikation weiterhelfen, wenn der Ofen langsam aus ist oder ich einfach nicht das bekomme, was ich sexuell von meinem Partner wünsche? Keine Bange, das erfährst du im zweiten Teil!

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