Denken, Handeln
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Think OXI – die heilsame Kraft des „NEIN“-Sagens

Gestern hat es uns ein ganzes Volk vorgemacht. Die griechischen Bürger sagten „OXI“! NEIN zur Fremdbestimmung durch die europäischen Institutionen! NEIN zum neoliberalen Spardiktat! NEIN zur Untergrabung der eigenen Souveränität! NEIN! NEIN! NEIN!

Wann hast du das letzte Mal entschieden und mit kräftiger Stimme „NEIN!“ gesagt?

Wenn dich bei dieser Frage ein heiß-kalter Schauer überfällt und sich in dir das unangenehme Gefühl der Unsicherheit ausbreitet, sei ganz beruhigt und atme durch, denn so wie dir geht es den meisten von uns.

NEINsagen fällt schwer!

In unserer Kindheit kam es gar nicht in Frage, „NEIN!“ zu sagen. Diese Erfahrung haben wir alle gemacht, wenn wir mit unserem kleinen Kinderwillen durch die Wand wollten und uns unsere Eltern zurück in die Spur wiesen. Wir hatten keine Wahl, wir mussten uns zwangsläufig anpassen. Unsere direkten Bezugspersonen gaben uns die überlebenswichtige Orientierung, wie die Dinge funktionieren, was geht und was nicht geht. Eltern als Sirenen der Gefahrenabwehr. So wurde das Urteil der Erwachsenen zum Maßstab für kindliche Handlungen. Waren wir als Knirpse gehorsam, gab es ein Lob oder eine Belohnung. Tanzten wir aus der Reihe, folgte auf dem Fuße eine gehörige Standpauke, je nach Vergehen auch andere bewährte Kinderstrafen. Das nennt sich Erziehung. Aber als Bummelletzter in die Ecke gestellt zu werden, um über unser Verhalten nachzudenken, war nicht nur eine kurzfristige Maßnahme operanter Konditionierung. Unser kindlicher Trotz und das kleine Böckchen in uns, das uns aufstampfen und zetern ließ, wurde postwendend mit Liebesentzug beantwortet: „Mama hat mich nicht mehr lieb. Ich bin böse gewesen.“ So ist es nicht verwunderlich, dass wir in Kindertagen mal den Turnbeutel vergessen haben mögen, aber die Angst vor Ausgrenzung und Ablehnung noch heute mit uns rumschleppen.

NEINsagen ist kinderleicht!      Wut

Dabei ist die Möglichkeit, NEIN zu sagen, so ein wertvolles Geschenk. NEINsagen bedeutet, von seinem freien Willen Gebrauch zu machen. Mit einem NEIN gibst du deiner eigenen Meinung eine klare Gestalt. Wer NEIN sagt, verleiht seinen innewohnenden Bedürfnissen Ausdruck. Und dennoch ist unsere innere Abwehr gegen dieses Wort sehr stark, erscheint uns zuweilen unabänderlich und beschränkt unseren Handlungsspielraum. Denn bevor ein Konflikt heraufbeschworen werden könnte, geben wir lieber doch klein bei aus Angst vor eben jenen kindlichen Erfahrungen und Gefühlen des Alleinseins, der Unsicherheit und der Scham, die wie ein Brennglas auf jeden noch so kleinen, vermeintlichen Fehltritt wirken.

Du darfst NEIN sagen, du bist erwachsen!

Die Kunst des NEINsagens will trainiert sein, denn was du gelernt hast, kannst du auch wieder verlernen. Dabei ist es wichtig, dir die heilsame Wirkung des Wunderwortes NEIN bewusst zu machen und einen Eindruck zu erhalten, was du durch ein klares NEIN gewinnst:

wut

1. Du wirst feststellen, dass deine Ängste vor dem NEIN unbegründet sind, denn niemand erwartet von deinem erwachsenen Ich (im Gegensatz zum kindlichen Ich) die totale Anpassung.

2. Indem du der Angst begegnest und ihr trotzt, wirst du freier in deinen Entscheidungen agieren.

3. Du wirst dich abgrenzen von dem Willen anderer, der dir selbst nicht entspricht.

4. Du wirst keine faulen Kompromisse mehr eingehen.

5. Du wirst mit jedem NEIN ein Gefühl der inneren Stärke entwickeln.

6. Du wirst stolz auf dich sein.

7. Du wirst Selbstvertrauen tanken, das zu deiner inneren Stabilität beiträgt.

8. Du wirst widerstandsfähiger werden in Konfliktsituationen mit anderen.

9. Du wirst an Profil gewinnen, das beeindruckt und motiviert andere.

10. Du wirst dich besser kennenlernen und ein Gespür für deine Kraft erlangen.

In jedem NEIN, das du in Situationen aussprichst, die dir nicht passen, steckt gleichwohl ein dickes JA zu dir selbst. JA zu deinen Bedürfnissen! JA zu deinen Grenzen! JA zu deiner ganz persönlichen Integrität! Oder wie die Griechen gestern zu sich selbst sagten: NAI!

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