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Du und die anderen – ein Blick hinter die Kulissen

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Wir wollen gemocht werden, und so unternehmen wir sämtliche Anstrengungen, um ein positives Bild bei anderen zu hinterlassen. Unser Bedürfnis nach sozialer Akzeptanz und Zugehörigkeit verlangt es, dass wir uns von unserer Schokoladenseite präsentieren, und zwar immer und um jeden Preis. Die Strategien für das Gelingen des Kontakts zu anderen sind unterschiedlich, führen aber grundsätzlich zu einem Ergebnis: wir verlieren den Kontakt zu uns selbst.

Der Nährboden für vermeintlich sozial erwünschtes Verhalten ist der innere Glaubenssatz, dass wir nicht OK sind, wie wir sind. Dass wir uns erst beweisen müssen, damit andere Menschen etwas mit uns zu tun haben wollen.

gemeinschaft

Damit wir auf dem sozialen Parkett bestehen können, bedarf es bestimmter Strategien, die sich an unseren Selbstwert knüpfen, denn erst in der sozialen Anerkennung erfahren wir, was wir vermeintlich wert sind. So geht es also nicht nur darum, gute Kontakte aufzubauen und zu pflegen, sondern unseren eigenen Wert bemessen zu können.

Hierbei handelt es sich um unterschiedliche Inszenierungsstile, die wir benutzen, um dem inneren Gefühl von Fehlbarkeit und persönlichem Defizit entgegenzuwirken.

Welche Selbstwertstrategie erkennst du in dir?

„Ich muss perfekt sein“

KontaktDu versucht, die Dinge immer noch besser oder anders zu machen. Du neigst zu Rechtfertigungen und kannst es kaum aushalten, wenn dir etwas nicht so gelingt, wie du es geplant hattest. Infolge dessen, dass du dich in deinem Inneren nicht für annehmbar und liebenswert hältst, versucht du, andere mit perfekten Leistungen von dir zu überzeugen. Denn wenn schon nicht deine Persönlichkeit für dich spricht, dann sind doch deine Erfolge nicht zu übersehen.

Zwar hast du die Hoffnung, doch noch geliebt zu werden. Voraussetzung hierfür ist jedoch, keinen Fehler zu machen. Geht diese Rechnung nicht auf, zum Beispiel, indem du Kritik erfährst, strengst du dich um so intensiver an, um doch noch eine Berechtigung auf Anerkennung zu erhalten.

Leistung geht hierbei über alles. Wer etwas leistet, ist auch etwas wert. Dabei zeigst du dich deiner Umwelt stark und belastbar, hast dich unter Kontrolle und gehst zu deinen eigenen Empfindungen von Unsicherheit und Schwäche eher auf Distanz. Du hast augenscheinlich alles im Griff und benötigt jemand dein Engagement, bist du sofort zur Stelle und zeigst vollen Einsatz.

„Ich muss anderen gefällig sein“

Du bist stets bemüht, das Wohlbefinden der anderen sicherzustellen. Dabei basiert dein kontaktAuftreten weniger auf Freundlichkeit denn auf deiner inneren Unsicherheit, die dich dazu verleitet, dich den Wünschen und Bedürfnissen anderer anzupassen. Deine eigene Identität und dein Selbstvertrauen sind nicht sehr stark ausgeprägt. Du bietest keine Angriffsfläche und bist bestrebt, anderen einen Gefallen zu erweisen, um im Gegenzug Anerkennung zu erhalten.

Dabei neigst du zu Fantasien darüber, was andere denken oder wollen könnten und versucht dein Bestes, um diesen mutmaßlichen Erwartungen gerecht zu werden. Dein Gegenüber hat dabei eigentlich keine Ahnung, wer du eigentlich bist und was deine Ansprüche sind. Der dahinter steckende Glaubenssatz beinhaltet, dass du dann etwas wert bist, wenn du für andere da bist, dich aufopferst und gebraucht wirst. Dafür übergehst du lieber deine Gefühle und Wünsche als Gefahr zu laufen, dich einer Konfrontation mit deinem Gegenüber stellen zu müssen.

Wenn du ein Unbehagen in der Interaktion mit anderen spürst, suchst du den Fehler erstmal bei dir. Dann bist du vielleicht nicht empathisch genug gewesen oder hast etwas missverstanden. Eigentlich hast du gar keine Ahnung, wer du eigentlich bist und was du wirklich willst. Das spielt aber auch keine große Rolle, denn dein Gegenüber hat das Vorrecht inne, seine Denk- und Verhaltensprämissen voll zu entfalten.

„Ich muss etwas darstellen“

kontaktUm sich auf dem sozialen Parkett zu beweisen, geht es darum, zu zeigen, was man hat und wohin man gehört. Statussymbole spielen ein unschätzbare Rolle, um dich in der Welt zu positionieren. Dazu zählen nicht nur Luxusprodukte, sondern auch der richtige Körper, das richtige Aussehen, die richtigen Freunde, der richtige Wohnort.

Es ist alles eine Frage des Image. Dafür wendest du viel Zeit und Energie auf. Es ist einfach eine Frage des Stils und der richtigen Einstellung, wie du lebst und mit wem du dich umgibst. Ein Ausrutscher in der Pflege deines Image wäre unverzeihlich und eigentlich auch nicht zu erklären. Für deinen Erfolg und your way of life musst du dich nicht schämen. Du bist stolz auf die Dinge, die du erreicht hast und die du repräsentierst. Deine feine Nase in Sachen Trends und Geschmack lässt andere nur erblassen. Kritik konterst du locker mit Neidtendenzen der anderen. Du bist über jeden Zweifel erhaben.

Kontakt

Hast du dich bei einer der vorgestellten Strategien ertappt? Welcher Mittel bedienst du dich, um bei anderen gut anzukommen? Was gibt dir das Gefühl, etwas wert zu sein?

Und die spannende Frage: was sehen die anderen, wenn die Strategie wegfällt und du dich authentisch zeigst? Was würde passieren? Würdest du bewundert werden für die Person, die du bist? Würde es dir dein Gegenüber hoch anrechnen, dass du dich in deiner Ganzheit zeigst, weil er sich selbst in dir erkennt?

Um sich in dieses unbewohnte Land der Echtheit und Authentizität zu wagen und einfach mal neugierig zu werden, wie sich das für dich anfühlen kann, in Kontakt mit anderen ganz DU zu sein, habe ich zwei Anregungen für dich.

Zum einen empfehle ich dir folgendes Buch von Harlich H. Stavemann, das du HIER bestellen kannst.

Selbstwert

Zum anderen erzähle ich dir eine kurze Geschichte:

Ein Mann war zu einem Date bei einer Frau eingeladen, die schreckliche Angst vor Vampiren hatte. Die ganze Wohnung war ausgelegt mit Knoblauch. Knoblauchduftbäume im Wohnzimmer, Knoblauchduschbad und -shampoo und natürlich gab es ein leckeres Gericht mit ganz viel Knoblauch. Der Mann betrachtete sich alles und fragte: „Warum hast du denn den ganzen Knoblauch in der Wohnung?“ „Na, damit die Vampire nicht kommen.“ „Aber es gibt doch gar keine Vampire. Ich sehe jedenfalls keine“ „Ja, siehste. Da kannste froh sein, dass ich den Knoblauch hier habe.“

Sei mutig! Sei du selbst!

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