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Abgelatscht und ausgelutscht! Dein neuer Weg in kleinen Schritten

Montag Morgen, der Wecker klingelt. Zeit, aufzustehen! Die Woche ist auf Neustart programmiert und so durchlaufe auch ich wie gewöhnlich mein Programm: jeder Tag ist durchgetaktet – neben der Arbeit stehen Yoga und Sport, Verabredungen mit Freunden und der Haushalt auf dem Stundenzettel. Und dann geht es wieder von vorne los…Weckerklingeln, Montag Morgen, Zeit zum Aufstehen.

fußgängerzone

Business as usual: wie im Job, so auch privat

Im Laufe der Jahre schleifen sich in uns Routinen ein, die den Alltag nicht gerade spannend machen. Wir ticken wie der Wecker am Morgen, klappern Termin für den Termin ab und hangeln uns so durch den Tag. Unsere obligatorischen Handgriffe lassen sich bis ins Kleinste zerlegen. Wir nehmen immer einen bestimmten Weg ans Ziel, zur Arbeit, zum Friseur oder zum Metzger um die Ecke. Wir haben unseren Lieblingsplatz im Bus und unsere Klamotten formieren sich immer zu ein und demselben Outfit. Alles hat seinen festen Platz. Funktional und effizient haben wir unser alltägliches Leben in kleinen Schubladen verstaut. Da ist es kein Wunder, dass uns irgendwann langweilig wird und wir uns betrogen fühlen von den tollen Erwartungen und Vorstellungen eines bunten und aufregenden Lebens.

Ab jetzt mach ich alles anders

raketeWenn uns unser Leben bis zur Kotzgrenze anödet, holen wir gern zum Gegenschlag aus. Wir haben das Gefühl, es muss einfach alles anders werden. Der kleine Rebell in uns will endlich durchstarten. Wenn nicht jetzt, wann dann? Was auch immer wir verändern wollen, muss in Lichtgeschwindigkeit angegangen werden. Wir ziehen uns die Laufschuhe an und rennen, als ginge es um Leben und Tod. Vom Fastfoodjunkie transformieren wir uns innerhalb eines einzigen Tages zum gesundheitsbewussten Ernährungsberater. Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens reicht nicht der Meditationskurs für Einsteiger, wir müssen direkt für 3 Monate ins indische Ashram. Keine halben Sachen mehr, das Ziel ist das Ziel, den Weg kürzen wir ab.

Und was darauf folgt, du ahnst es schon, ist der große Katzenjammer. Unsere Gewohnheiten schleichen sich wieder ein, der große Wurf wird vertagt, wir sind frustriert und der drückende Klops im Hals wird immer fetter. Manchen von uns nimmt er so stark die Luft, dass sie das Gefühl haben, so gar nichts im Leben verändern zu können. Dass wir dazu verdonnert sind, die ewig gleiche, geradlinige Strecke auf der Autobahn des Schicksals zu fahren. Als würden wir von einer unsichtbaren und übermächtigen Kraft wieder und wieder hineingesogen in den Strudel unseres gewöhnlichen Lebens.

Ein Blick zurück auf Kindertage

Zu einem gewissen Teil stimmt das auch. Wir werden geleitet von unseren Gewohnheiten und oftmals auch von ihnen beherrscht. Aber das Leben ist per se nicht öde und wir können unsere Routinen verändern, wenn wir uns auf 2 Dinge besinnen: Geduld und Neugier!

Geduld ist nicht gerade die Stärke des modernen Menschen. Ich selbst werde allein beim Klang dieses Wortes schon nervös. Aber Tatsache ist: Gewohnheiten heißen Gewohnheiten, weil wir uns etwas über Jahre angewöhnt haben. Es sind Konditionierungen, die wir als einen Teil von uns internalisiert haben. Es wäre absurd, zu glauben, dass wir uns über Nacht neu erschaffen könnten. Das uns innewohnende Skript lässt sich nicht ohne weiteres neu schreiben. Die gute Nachricht ist aber, dass wir alle Zeit der Welt haben. Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, liegt ein neuer Tag vor uns und damit eine neue Gelegenheit. Wir müssen nicht perfekt sein und alles von jetzt auf gleich ganz anders und viel besser machen. Wir dürfen üben, wie Kinder, die das Laufen lernen. Dazu brauchen wir Geduld, vor allem Geduld mit uns selbst.

Wenn wir neugierig sind, lassen wir uns auf unbekanntes Terrain ein. Der kleine Forscher in unskind will etwas Neues entdecken. Dabei stellt er die Aspekte von Risiko und Sicherheit hintan. Er ist wissbegierig und so lässt er sich auf das Unabwägbare ein, auf der Suche nach einer neuen Erfahrung. Kennst du noch das Gefühl, das du als Kind hattest, wenn du etwas Neues entdeckt hast? Wie stolz du warst, etwas auf eigene Faust unternommen zu haben? Wie groß du dich gefühlt hast, weil du etwas gelernt hast? Das ist das Geschenk der Neugier.

Dein neues Ich in kleinen Schritten

Wenn dich die Landstraße deines Lebens langweilt, brauchst du nicht den höchsten Berg besteigen oder die sieben Weltmeere durchqueren. Du kannst deine routinierte Tagesstruktur aufpeppen, indem du dir deine Handgriffe bewusst anschaust und wie der kleine Forscher beschließt, etwas Neues auszuprobieren. Für deine Entdeckungsreise des Alltags hab ich hier ein paar Fragen aufgelistet, die dir helfen, deinen individuellen Schlachtplan zu entwerfen:

  1. Was ist dein alltägliches Morgenritual? Schnell die Zähne geputzt, Kaffee runtergespült und dann auf ins Büro? Oder wirfst du als erstes dein Notebook an und durchstöberst Facebook nach den neuesten Posts deiner Freunde? Was möchtest du gerne verändern?
  2. Wie sieht deine Mittagspause aus? Und wie willst du sie eigentlich gestalten, damit du sie genießen kannst und dich danach fit für die zweite Runde fühlst? Viele Menschen lassen sich nur allzu gern ablenken und verbringen ihre wohlverdiente Lunchtime, indem sie weiterhin die E-Mails checken, während sie am Pausenbrot kauen.
  3. Wie gestaltet sich der Rest deines Tages? Bist du zufrieden mit deinen Freizeitaktivitäten? Hast du dir einen Ausglich zu deiner Arbeitsroutine geschaffen, der dir Freude macht? Wenn nicht, was würdest du gern einmal ausprobieren? Brennt dir vielleicht schon länger etwas unter den Nägeln, was dich interessiert? Und bislang hattest du dafür einfach „keine Zeit“?
  4. Wie steht es um deine Partnerschaft oder dein Familienleben? Gibt es Bedürfnisse oder Sehnsüchte, die bislang zu kurz kamen?

body painting

Wir kauen den Kaugummi gemeinhin nicht, bis er sich auflöst und ein neues Paar Schuhe geht bekanntlich immer, selbst wenn der Schrank schon überquillt. So vielfältig dein Schuhschrank (oder die Sneakersammlung) ist, so vielfältig kann auch dein Alltag aussehen.
Die Kleinigkeiten des täglichen Einerlei kannst du jederzeit verändern, um die Aufregung, den Spaß und die Spannung wieder in dein Leben einzuladen. Meist sind es eher die kleinen Schritte, die zu einem nachhaltigen Wandel führen.

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