Alle Artikel in: Handeln

Widerstand! Über die tatsächliche Funktion innerer Blockaden

Wie aufreibend und zermürbend ist es, nicht vom Fleck zu kommen. Wenn wir blockiert sind, scheint es eine unsichtbare Hürde zu geben, die uns daran hindert, das zu tun, was wir uns vorgenommen haben. Wie kleine Vögelchen schlagen wir hilflos mit unseren Flügeln. Dabei ist der innere Widerstand, für den wir weder Erklärung noch Lösung haben, ein guter Begleiter, wenn er auch sehr hartnäckig und nicht leicht zu verstehen ist. Vom Wollen, aber nicht können Die letzten Wochen waren gezeichnet von Lähmung und Stillstand. Mit jeder Menge Ideen und Aufgaben im Hinterkopf zu spannenden Themen und neuen Rubriken war ich nicht in der Lage, auch nur einen kleinen Tippelschritt nach vorn zu machen. Diese felsenfeste Starre in mir konnte ich nicht begreifen, es war doch alles da! Wochenlang sammelte ich hier und da Inhalte für den Blog, die ich kategorisch abarbeiten wollte. Und es gab über die Beiträge hinaus noch genug andere Aufgaben, die darauf warteten, endlich in Angriff genommen zu werden: Gastbeiträge, Bloganpassungen, Reichweitenankurbelungsstrategien und so weiter und so fort. Trotz dessen ging einfach …

Terror, Krieg und Angst – was tun wir? Ein Brief an die Welt

Es rumort in mir. Ich bin mir nicht sicher, ob ich schreiben sollte und was ich schreiben sollte zu den Ereignissen in Paris. Aber es rumort in mir, deshalb denk ich besser nicht lange nach, sondern schreibe auf, was in mir ist. Wir haben den Terror schon kennengelernt, er ist nichts Neues. Er flackert tagtäglich über den Bildschirm und in der Vergangenheit spielten sich häufiger terroristische Anschläge vor unserer Haustür ab. Ich erinnere mich an den blutigen Angriff auf Charlie Hebdo. Europa stand unter Schock, dass urplötzlich, wie aus heiterem Himmel, eine ganze Redaktion ausgelöscht wurde – stellvertretend, attackiert für die Freiheit der Meinung, der Presse und der Kunst. Die Schockwelle ebbte nach Staatstrauer und Solidaritätsströmen ab. Das musste sie auch, denn in der Ohnmacht findet kein Leben statt. Und wir, die Europäer, hatten neben der Bekämpfung des Terrorismus noch mit anderen Krisen zu tun. Wir mussten verkraften, dass fette Bonzen und Banken ganze Staaten verzocken und die große Politik lieber unsere europäischen Brüder und Schwestern in Irland, Spanien, Griechenland und anderswo ausbluten lässt als …

Null Bock?! Deine Strategie, aktiv zu sein, wenn dir gar nicht danach ist

Ach, der Müßiggang – eine Gnade im hektischen Hin und Her des täglichen Einerlei! Ist es nicht schön, alle Viere von sich zu strecken, die nervigen To Do’s mal zu vergessen und sich im Garnichtstun zu suhlen? Den ganzen Tag im Schlafanzug im Bett zu bleiben, sich die Pizza liefern zu lassen und seine Lieblingsserie zu glotzen? Mal gar nichts müssen und die Welt da draußen ihre Kreise ziehen zu lassen? Ja, Müßiggang ist eine tolle Angelegenheit! Doch wenn die Faulenzerei zur Antriebshemmung mutiert, wird der Genuss schnell zur Qual. Denn dann fällt einfach alles schwer. Das Null-Bock-Tierchen hängt sich bleiend schwer an unsere Schultern und zieht die Stimmung gleich mit in den Keller. Die leichtesten Übungen werden zur Herausforderung und egal, was getan werden muss, in unserem Kopf klingt nur noch das Echo: Null Bock! Null Bock! Null Bock! Meine damalige Tanztherapeutin hat immer gesagt: „Der beste Grund, zur Tanztherapie zu kommen, ist, dass du gerade überhaupt keinen Bock darauf hast.“ Diesen Satz hab ich mir gemerkt. Denn je tiefer wir in die Antriebsarmut …

Keine Zeit?! Keine Lust?! Meditation für Workaholics und Faulenzer

Die Meditation hat sich ihren Weg in unsere Gesellschaft gebahnt und obgleich nicht die Mehrheit von uns tagtäglich auf dem Kissen sitzt und meditiert, kann doch jeder etwas mit dem Begriff anfangen. Ich ertappe mich sehr oft dabei, wie ich mich selbst dabei belüge, keine Zeit zum Meditieren zu haben. Zu jeder noch so günstigen Gelegenheit kommt mir etwas dazwischen und so verschiebe ich das Sitzen leidenschaftlich gern. Ich hab gerade so gar keine Zeit! Dieses oder jenes ist jetzt viel wichtiger. Später, später, später! Und wenn ich dann mal Zeit habe, säuselt mir das Null-Bock-Tierchen so die Ohren voll, dass ich es vorziehe, meinen sauer verdienten Feierabend doch eher auf der Couch zu verbringen anstatt meinen Geist zu trainieren. Es ist wie bei jeder guten Sportart. Aller Anfang ist schwer. Wenn du beispielsweise das Joggen für dich entdeckst, meldest du dich ja auch nicht sofort für den nächsten Marathon an. So verlangt auch die Meditation, sich behutsam auf sie einzulassen und den eigenen Rhythmus zu entwickeln. Wenngleich du es noch nicht so ganz schaffst, …

Abgelatscht und ausgelutscht! Dein neuer Weg in kleinen Schritten

Montag Morgen, der Wecker klingelt. Zeit, aufzustehen! Die Woche ist auf Neustart programmiert und so durchlaufe auch ich wie gewöhnlich mein Programm: jeder Tag ist durchgetaktet – neben der Arbeit stehen Yoga und Sport, Verabredungen mit Freunden und der Haushalt auf dem Stundenzettel. Und dann geht es wieder von vorne los…Weckerklingeln, Montag Morgen, Zeit zum Aufstehen. Business as usual: wie im Job, so auch privat Im Laufe der Jahre schleifen sich in uns Routinen ein, die den Alltag nicht gerade spannend machen. Wir ticken wie der Wecker am Morgen, klappern Termin für den Termin ab und hangeln uns so durch den Tag. Unsere obligatorischen Handgriffe lassen sich bis ins Kleinste zerlegen. Wir nehmen immer einen bestimmten Weg ans Ziel, zur Arbeit, zum Friseur oder zum Metzger um die Ecke. Wir haben unseren Lieblingsplatz im Bus und unsere Klamotten formieren sich immer zu ein und demselben Outfit. Alles hat seinen festen Platz. Funktional und effizient haben wir unser alltägliches Leben in kleinen Schubladen verstaut. Da ist es kein Wunder, dass uns irgendwann langweilig wird und wir …

Voll daneben! Über dein Recht auf die eigenen Fehler

Lange habe ich mich herumgeschlagen mit dem Gedanken, meinen festen Job hinzuwerfen und mich selbständig zu machen. Ich hätte bis zum Ergrauen meines Haupthaares in meinem 9qm Büro sitzen können – keiner hätte mich behelligt. Dienst nach Vorschrift, im öffentlichen Sektor, ein Traum für viele Menschen. Doch ich fühlte in mir: sofern ich mich aus der Enge meines Berufes als Arbeitsvermittlerin eines Berliner Jobcenters nicht befreie, sprießen die grauen Haare viel früher. In dieser Entscheidung stieß ich nicht nur auf Verständnis. Mir wurde das Gefühl von Verantwortungslosigkeit um den Hals gehängt wie eine schwere Kette. Andere lecken sich nach meinem Job die Finger, wie kann ich die finanzielle Sicherheit auf’s Spiel setzen? Halte ich mich etwa für etwas Besseres? Bin ich naiv, zu glauben, dass ich entgegen der vielen tausend Selbständigen, die sich gerade so über Wasser halten, tatsächlich erfolgreich sein kann? In meinen bisherigen Partnerschaften ging es mir ähnlich. Augenscheinlich gab es nichts zu meckern. Er ist ein anständiger Kerl, er bietet mir Sicherheit, er geht arbeiten, nimmt keine Drogen und reißt sich nicht …

Ab auf die Insel! Wie ich von mir selbst Urlaub mache

Einmal im Jahr ist es soweit! Einmal im Jahr findet es statt – das „Feast of Friends“, das erste und einzige Festival im deutschen Raum zu Ehren der legendären Band „The Doors“ um den Sänger Jim Morrison. Einmal im Jahr, und ich bin dabei! Wie in jedem Jahr. Ich packe meine sieben Sachen und mache mich allein auf die Reise. Es ist sommerlich warm. Nichtsdestotrotz präferiere ich in diesem Jahr die Unterkunft in einer Pension. Zum einen habe ich keine Lust, mein Zelt mitzuschleppen. Zum anderen ist es zur Tradition geworden, dass sich die Schleusen des Himmels öffnen und es auf dem Festival mindestens einmal schüttet wie auch Eimern. Nein, ich bin vorbereitet. Vorbereitet, um mich treiben zu lassen. Nur meine Sinne, meine Lust und meine Intuition sollen mich durch die nächsten zwei Tage leiten. Let it roll! Die Zeitreise beginnt. Ich treffe auf einen zusammengewürfelten Haufen, Menschen out of establishment, jung wie alt, alle vereint durch eine Passion. Sie folgen dem elektrisierenden Ruf, der vor über 45 Jahren durch die Hippiebewegung hallte und der …

Think OXI – die heilsame Kraft des „NEIN“-Sagens

Gestern hat es uns ein ganzes Volk vorgemacht. Die griechischen Bürger sagten „OXI“! NEIN zur Fremdbestimmung durch die europäischen Institutionen! NEIN zum neoliberalen Spardiktat! NEIN zur Untergrabung der eigenen Souveränität! NEIN! NEIN! NEIN! Wann hast du das letzte Mal entschieden und mit kräftiger Stimme „NEIN!“ gesagt? Wenn dich bei dieser Frage ein heiß-kalter Schauer überfällt und sich in dir das unangenehme Gefühl der Unsicherheit ausbreitet, sei ganz beruhigt und atme durch, denn so wie dir geht es den meisten von uns. NEINsagen fällt schwer! In unserer Kindheit kam es gar nicht in Frage, „NEIN!“ zu sagen. Diese Erfahrung haben wir alle gemacht, wenn wir mit unserem kleinen Kinderwillen durch die Wand wollten und uns unsere Eltern zurück in die Spur wiesen. Wir hatten keine Wahl, wir mussten uns zwangsläufig anpassen. Unsere direkten Bezugspersonen gaben uns die überlebenswichtige Orientierung, wie die Dinge funktionieren, was geht und was nicht geht. Eltern als Sirenen der Gefahrenabwehr. So wurde das Urteil der Erwachsenen zum Maßstab für kindliche Handlungen. Waren wir als Knirpse gehorsam, gab es ein Lob oder eine …

Selbstakzeptanz vs. Selbstoptimierung – Ein Plädoyer für den Rettungsring

„Die Deutschen sind im digitalen Fitnesswahn“, postuliert dieser Tage ein Bericht von Spiegel TV, den ich mir voller Neugier ansah. Die arme Reporterin Anne-Sophie Hessler hatte die Herausforderung angenommen, sich der „Freeletics“-Bewegung anzuschließen und mittels Fitness-App den absoluten Traumbody zu formen, das ganze in nur 15 Wochen. Sie hat, wie Millionen „Freeletics“-Jünger es tagtäglich tun, den Höllenritt auf sich genommen, geschwitzt, gerackert und sich bis zum Ultimo gequält, sodass es ihr nach dem Workout schon mal hochkommen wollte. Eines wurde im Bericht vollkommen klar: von „fit for fun“ kann bei den Selbstoptimierern keine Rede sein! Ein Zirkeltraining, wie ich es aus dem Sportunterricht kenne, mit typischen Übungen wie Liegestützen, Sit Ups und Kniebeugen, ist ja vollkommen in Ordnung. Man kann sie zu Hause machen, die App sagt mir, wie es geht, ich brauche keine Geräte und kann sofort auf der heimischen Yogamatte loslegen. Aber das Geheimnis des Erfolgs liegt nicht in der Art der Übungen, sondern in Schnelligkeit und körperexzessiver Superpower, wie man sie nur aus dem Militär kennt. Frei dem Motto, dass das Leben …