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Ab auf die Insel! Wie ich von mir selbst Urlaub mache

Einmal im Jahr ist es soweit! Einmal im Jahr findet es statt – das „Feast of Friends“, das erste und einzige Festival im deutschen Raum zu Ehren der legendären Band „The Doors“ um den Sänger Jim Morrison. Einmal im Jahr, und ich bin dabei! Wie in jedem Jahr.

Ich packe meine sieben Sachen und mache mich allein auf die Reise. Es ist sommerlich warm. Nichtsdestotrotz präferiere ich in diesem Jahr die Unterkunft in einer Pension. Zum einen habe ich keine Lust, mein Zelt mitzuschleppen. Zum anderen ist es zur Tradition geworden, dass sich die Schleusen des Himmels öffnen und es auf dem Festival mindestens einmal schüttet wie auch Eimern. Nein, ich bin vorbereitet. Vorbereitet, um mich treiben zu lassen. Nur meine Sinne, meine Lust und meine Intuition sollen mich durch die nächsten zwei Tage leiten.

Let it roll! 11800269_852806508140569_5654638942637080035_n

Die Zeitreise beginnt. Ich treffe auf einen zusammengewürfelten Haufen, Menschen out of establishment, jung wie alt, alle vereint durch eine Passion. Sie folgen dem elektrisierenden Ruf, der vor über 45 Jahren durch die Hippiebewegung hallte und der seit jener Zeit so wenig an Aktualität einbüßte. Jim Morrison als Verkörperung des Unerschöpflichen, zog all jene Sehnsüchtigen in seinen Bann, die sich lechzend nach Freiheit, dem wahren Erkennen, ihrem makellosen Selbst und der unendlichen Fülle ihrer Existenz verzehrten. Er war der Türöffner, er lebte den Exzess wie kein anderer zuvor. Er tanzte auf Messers Schneide zwischen Leben und Tod, verschmolz mit der Energie des Seins und verbrannte stellvertretend für seine Anhänger. Der Zauber ist erschreckend und verführerisch, auch an diesem Wochenende.

20150724_182225Out of control!

Es gibt keine Planung, keine Gedankengebäude und keine Regeln. Der Rausch liegt im Dahinfließen und Mitströmen. Alles ist möglich und alles erlaubt. Ich fühle mein Herz klopfen, mein Blut pulsiert mir durch die Adern, ich bin aufgeregt. Diese Menschen um mich herum sieht man fast nie auf der Straße. Hier treffen sich die Randständigen und Quergeister mit den Durchschnittsbürgern, die wie ich loslassen und sich frei fühlen wollen. Ich bin dankbar und glücklich, hier zu sein, wenn auch allein. Meine Sinne sind geschärft, ich sauge die Bewegungen um mich herum auf wie einen Schwamm. So richtig allein bin ich gar nicht, ich bin unter meinesgleichen.
Ich kann mich vergessen und mich hingeben. Es ist eine Ode an das Leben und die Leidenschaft. Ich treibe in purer, perfekter Energie, kein Schleier der Befürchtungen, der Annahmen, der Gedankenkreisel, der Zwänge, der Angst und der Zweifel vor meinen Augen. Ich bin die pure Lebensfreude, ich verschmelze in Ekstase und löse mich auf in den Vibes psychedelischer Rhythmen.

Der Spirit lebt weiter in den Herzen der Menschen und bricht sich Bahn, wenn auch nur einmal im Jahr.

 

Das Öffnen der Truhe
Augenblick innerer Freiheit, wenn der Geist sich öffnet und das unendliche Universum sich offenbart und die Seele frei ist, benommen und verwirrt zu wandern und hier und da Lehrer und Freunde zu suchen.

Jim Morrison

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