Monate: August 2015

Voll daneben! Über dein Recht auf die eigenen Fehler

Lange habe ich mich herumgeschlagen mit dem Gedanken, meinen festen Job hinzuwerfen und mich selbständig zu machen. Ich hätte bis zum Ergrauen meines Haupthaares in meinem 9qm Büro sitzen können – keiner hätte mich behelligt. Dienst nach Vorschrift, im öffentlichen Sektor, ein Traum für viele Menschen. Doch ich fühlte in mir: sofern ich mich aus der Enge meines Berufes als Arbeitsvermittlerin eines Berliner Jobcenters nicht befreie, sprießen die grauen Haare viel früher. In dieser Entscheidung stieß ich nicht nur auf Verständnis. Mir wurde das Gefühl von Verantwortungslosigkeit um den Hals gehängt wie eine schwere Kette. Andere lecken sich nach meinem Job die Finger, wie kann ich die finanzielle Sicherheit auf’s Spiel setzen? Halte ich mich etwa für etwas Besseres? Bin ich naiv, zu glauben, dass ich entgegen der vielen tausend Selbständigen, die sich gerade so über Wasser halten, tatsächlich erfolgreich sein kann? In meinen bisherigen Partnerschaften ging es mir ähnlich. Augenscheinlich gab es nichts zu meckern. Er ist ein anständiger Kerl, er bietet mir Sicherheit, er geht arbeiten, nimmt keine Drogen und reißt sich nicht …

Ab auf die Insel! Wie ich von mir selbst Urlaub mache

Einmal im Jahr ist es soweit! Einmal im Jahr findet es statt – das „Feast of Friends“, das erste und einzige Festival im deutschen Raum zu Ehren der legendären Band „The Doors“ um den Sänger Jim Morrison. Einmal im Jahr, und ich bin dabei! Wie in jedem Jahr. Ich packe meine sieben Sachen und mache mich allein auf die Reise. Es ist sommerlich warm. Nichtsdestotrotz präferiere ich in diesem Jahr die Unterkunft in einer Pension. Zum einen habe ich keine Lust, mein Zelt mitzuschleppen. Zum anderen ist es zur Tradition geworden, dass sich die Schleusen des Himmels öffnen und es auf dem Festival mindestens einmal schüttet wie auch Eimern. Nein, ich bin vorbereitet. Vorbereitet, um mich treiben zu lassen. Nur meine Sinne, meine Lust und meine Intuition sollen mich durch die nächsten zwei Tage leiten. Let it roll! Die Zeitreise beginnt. Ich treffe auf einen zusammengewürfelten Haufen, Menschen out of establishment, jung wie alt, alle vereint durch eine Passion. Sie folgen dem elektrisierenden Ruf, der vor über 45 Jahren durch die Hippiebewegung hallte und der …